Heizgerät
by Tabea · 14 things on Twos
- Dass kuschelig warme Räume im Winter nicht immer selbstverständlich sind, mussten wir in den letzten Monaten schmerzhaft lernen. Heizen ist enorm teuer geworden und über kurz oder lang müssen wir wohl alle die Raumtemperaturen um ein paar Grad senken, um uns das Heizen im Winter überhaupt noch leisten zu können.
- Das betrifft aber zunächst einmal nur das Heizen des gesamten Raums: die Lösung in insgesamt kühleren Räumen kann darin bestehen, dass wir uns punktuell einfach Wärme dort schaffen, wo wir uns gerade aufhalten. Das kann man mit tragbaren elektrischen Heizlüftern – oder ihren kleinen Brüdern, den elektrischen Heizgeräten für die Steckdose.
- Elektroheizungen arbeiten grundsätzlich nach dem Widerstandsprinzip: durch den elektrischen Widerstand, den der durchlaufende Strom in einem bestimmten Material erfährt, entsteht Wärme (genauso funktionieren übrigens auch die guten alten Herdplatten mit ihren eingebauten Heizspiralen).
- Zwischen herkömmlichen Heizlüftern und Keramik-Elektroheizungen gibt es dabei einige grundlegende Unterschiede: Elektro-Heizlüfter lassen den Strom durch Glühdrähte laufen und verteilen die entstandene Wärme dann mithilfe eines Ventilators im Raum. Dadurch erwärmen sich größere Räume durch den permanenten Luftstrom mit der Zeit. Das sorgt für ständige Ventilatorgeräusche und mitunter auch gelegentlich leicht verbrannte Gerüche, wenn die Glühdrähte ab und an zu heiß werden.
- Eine Keramikheizung verteilt die Luft nicht über einen Ventilator – was den Geräuschpegel angenehm senkt. Die vom heißen Keramikelement ausgehende Wärme wird dazu nicht weithin in die Raumluft verteilt ("Konvektionsprinzip") sondern wirkt weitgehend als Wärmestrahlung auf den Punkt, auf den das Heizelement gerichtet ist.
- Ein weiterer Vorteil liegt in der Allergikerfreundlichkeit von Keramikheizungen: Gewöhnliche Heizlüfter wirbeln ständig Staub auf, weil durch das Konvektionsprinzip ständig kalte Luft zum Heizlüfter und warme Luft von ihm weg fließt. Die Raumluft wird beim Heizlüfter also ständig durcheinander gewirbelt und es findet sich ständig Staub vom Boden in der Luft – was für ständig trockenen Hals und bei Hausstaub-Allergikern durchaus auch für den einen oder anderen Allergieschub sorgen kann. Bei den hauptsächlich über Wärmestrahlung arbeitenden Keramikheizungen kommt es kaum zu keinen wirbelnden Luftströmen – und damit auch kaum zum Aufwirbeln von Staub im Raum.
- Die Stromkosten, die durch das Heizgerät entstehen, kann man sich übrigens leicht selbst ausrechnen: maßgeblich ist dafür die Leistungsaufnahme des Geräts (auf dem Heizgerät angegeben). Die Leistungsangabe in Watt braucht dafür nur in kW (Kilowatt) umgerechnet zu werden. Danach muss nur noch mit der Zeitdauer (in Stunden) und dem aktuellen Strompreis (erfährt man beim Stromanbieter) multipliziert werden. Aktuell sollte man sicherheitshalber mit einem Strompreis von 40 - 50 Cent pro kWh kalkulieren, je nach Vertrag.
- Ein Beispiel:
- Ein Heizgerät hat bei voller Leistung eine Leistung von 800 Watt. 1.000 Watt entsprechen 1 kW, damit beträgt die Leistungsaufnahme also 0,8 kW.
- Nehmen wir an, unser Heizgerät läuft 1,5 Stunden am Stück. Die Rechnung sieht dann wie folgt aus:
0,8 kW x 1,5 Std. x 0,40 EUR/kWh = 0,48 EUR Stromkosten für 1,5 Stunden
- Die Stromkosten bewegen sich damit in einem überschaubaren Bereich – bei langen Einsatzdauern können sich natürlich aber dennoch hohe Stromkosten ergeben. Würde das gleiche Heizgerät während der gesamten Heizperiode in Deutschland Tag und Nacht laufen (2.200 Stunden), ergäben sich jährliche Stromkosten von rund 650 - 750 EUR pro Jahr, also rund 50 - 60 EUR pro Monat.
- Bei einem Heizgerät, das in mehreren Stufen eingestellt werden kann oder das über eine Thermostat-Regelung verfügt (einstellbare Temperatur), liegt der Stromverbrauch häufig geringer. Bei niedrigeren Leistungsstufen ist auch die Leistungsaufnahme des Geräts entsprechend geringer – und damit der Stromverbrauch in niedrigen Leistungsstufen.
- Eine Thermostat-Regelung schaltet das Gerät immer nur dann ein, wenn eine bestimmte, eingestellte Temperaturschwelle unterschritten wird. Dadurch verkürzt sich die insgesamte Laufzeit des Geräts – was, wie man aus der Beispielrechnung oben ersehen kann, ebenfalls die Stromkosten senkt. (Wäre das Gerät in diesen 1,5 Stunden wegen der Thermostatregelung nur insgesamt 45 Minuten in aktivem Betrieb, hätten sich die Stromkosten bereits halbiert).
- Zusätzliche, punktuell eingesetzte Heizungen können also durchaus eine sehr gute und bequeme Möglichkeit sein, sich bei niedrigeren Raumtemperaturen noch einigermaßen wohlzufühlen (wenn man die Keramikheizung möglichst in einer nahegelegenen Steckdose einsteckt und auf sich richtet). Stromkosten fallen natürlich an – allerdings in überschaubarem Umfang. Thermostateinstellungen und Leistungsstufen sollte man natürlich sinnvoll nutzen, um die Stromkosten durch das Heizgerät möglichst gering zu halten.